Weidenschlossgeschichten 06

Es ist nur logisch und vernünftig, dass die Hochzeiter und die ganze Hochzeitsgesellschaft bei der Trauung sitzen. Aber wo und wie kann man bei einer Hochzeit im Weidenschloss sitzen? Schließlich ist eine Trauung etwas völlig anderes als ein Stehimbiss.

Der Bremerhavener Weidenschlossverein hat etwa 100 Stühle, die bei Bedarf im Weidenschloss aufgestellt werden können. Das war alles. Daraufhin habe ich mich auf die Suche nach schönen Sitzgelegenheiten für das Hochzeitspaar gemacht.

 

In der Regel wird der allergrößte Aufwand mit und von der Braut gemacht. Stundenlang ist sie vorher beim Friseur. Wochen vorher wird das Brautkleid angeprobt und immer wieder verbessert. Die Brautschuhe werden gezielt ausgesucht. Das Make-up wird raffiniert gestalten. So schön wird diese Frau nie wieder sein.

 

In den entscheidenden Momenten - für den der ganze Aufwand betrieben wird, bei der Trauung selbst - bekommt die Hochzeitsgesellschaft nur den Rücken zu sehen. Das hat mir nie gefallen. Also gibt es im Weidenschloss so etwas nicht.

 

Bei meinen Trauungen im Weidenschloss soll die ganze Hochzeitsgesellschaft die schöne Braut bewundern können. Dazu muss sie von vorne sichtbar sein. Also gibt es nur zwei Möglichkeiten:

 

  • Möglichkeit eins ist eine Dreiecksitzanordnung. Das bedeutet, dass zu jeder Zeit während der Trauung die Hochzeiter ihre Freunde (die Hochzeitsgesellschaft) und gleichzeitig auch den oder die Redner sehen können. Die Redner sprechen gleichzeitig zu den Hochzeitern und zur Hochzeitsgesellschaft. Wir reden ja nicht „zur Sache“, sondern zu allen Anwesenden im Weidenschloss. Dann muss man sie auch ansehen können.
  • Möglichkeit zwei ist eine kreisrunde Sitzanordnung. Dabei sind alle gleich wichtig und die Hochzeiter besonders schön. Alle können einander die ganze Zeit hindurch sehen. Der zentrale Teil im Weidenschloss ist rund, in dem die ganze Feier stattfindet.

 

Wie kann man nun die Bedeutung des Weidenschlosses und der Weiden mit der Hochzeitsfeier in Verbindung bringen? Ganz einfach, indem man das Hochzeitspaar auf Stühle setzt, die aus Weiden oder Weiden ähnlichem Material hergestellt sind. Ähnliches Material ist Rattan oder Peddigrohr.

 

Aus Indien stammt die ursprüngliche Idee, aus Rattan einen wunderschönen Stuhl zu flechten der dann mit Pfauenfedern geschmückt wurde. Die Perser haben diesen königlichen Stuhl übernommen und ihn Pfauenthron genannt. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts haben sich viele junge Leute in Deutschland so einen „Pfauenthron“ besorgt und in ihre Wohnung gestellt. Es gibt deutsche Korbflechtereien, die so etwas auch heute noch herstellen und aus Asien kann man über Importe so einen Pfauenthron immer noch bekommen.

 

Ich bin in der glücklichen Lage, zwei solche „Throne“ zu besitzen und für Hochzeiten aufzustellen. Diese „Pfauensessel“, wie sie auch genannt werden, werden mit Pfauenfedern geschmückt aufgestellt. Bei einer Trauung ist die Braut immer die schönste aller Frauen und dass muss auch während der Trauung klar erkennbar sein.

 

Natürlich müssen die „Pfauensessel“ honigfarben sein. Wir kennen die Farbe der Liebe, die uns die Bienen bescheren, nämlich Honig. Wer auf einem honigfarbenen Pfauenthron heiratet, will damit zum Ausdruck bringen, dass die Verbindung, die zwischen den beiden Menschen geschlossen wird, immer vom Honig der Liebe getragen wird. Dabei muss man wie beim Honig darauf achten, dass man den Honig der Liebe wohl dosiert. Die Pfauensessel aus Peddigrohr sind recht leicht.

 

Noch mehr Weidenschlossgeschichten folgen später. Ihr müsst Geduld haben und immer mal wieder vorbeischauen.

 

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Tschüss, bis später!

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Weidenschlossgeschichten 06 - Freie Trauung